Weltkongress in China

Neue Forschungs-ergebnisse auf den Gebieten Kardiologie, Endokrinologie, Metabolismus und Diabetes


Asiens größter Kongress für Kardiologie, Endokrinologie, Metabolismus und Diabetes fand vom 13. bis zum 16. November 2014 zum 4. Mal in China statt. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung lockte mehr als 800 Wissenschaftler aus der ganzen Welt in das spektakuläre „Hainan International Convention and Exhibition Center“ auf Chinas zweitgrößter Insel Hainan.


Ausgetauscht haben sich die Wissenschaftler über neue Ansätze und Konzepte, um einer der größten Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden: Einer immer älter werdenden Gesellschaft und den damit verbundenen altersassoziierten, degenerativen Erkrankungen, wie z. B. Demenz oder Diabetes.


Eröffnet wurde der Kongress mit Impulsvorträgen von gleich vier Nobelpreisträgern:

Prof. Dr. Arieh Warshel, Prof. Dr. Hartmut Michel, Prof. Dr. Ada E. Yonath und Prof. Dr. Dan Shechtman referierten über ihren mitunter steinigen Weg zum Nobelpreis. So berichtete Prof. Dr. Dan Shechtman, dem der mit 1,1 Millionen Euro dotierte Nobelpreis im Jahr 2011 verliehen wurde, über seine Entdeckungen zu Quasikristallen, die er bereits in den Jahren 1981 bis 1983 gemacht hatte. Lange wurden seine Erkenntnisse – auch von anderen Nobelpreisträgern auf dem Gebiet – kritisiert und nicht anerkannt. So beschied ihm Linus Carl Pauling, der neben Marie Curie der einzige Träger zweier unterschiedlicher Nobelpreise ist (Nobelpreis für Chemie 1954 und Friedensnobelpreis 1962), ein „Quasi-Wissenschaftler“ zu sein. Auch der Leiter von Shechtmans Forschungsgruppe empfahl ihm zum einen die Arbeitsgruppe zu verlassen, um sich nicht zu blamieren, und zum anderen noch einmal die Lehrbücher zu studieren. Herr Prof. Dr. Dan Shechtman schloss die Eröffnungsveranstaltung mit einer inspirierenden Rede über eigene Überzeugungen und die Notwendigkeit, an diesen festzuhalten.


Expertenvorträge internationaler Wissenschaftler

Professor Dr. John A. Farmer aus Houston in Texas referierte über die Bedeutung der Lipoproteine. Diese Proteine transportieren im Körper das Cholesterin und spielen eine entscheidende Rolle für kardiovaskuläre Erkrankungen, insbesondere für die Arteriosklerose. Es kommt offensichtlich zu einer Oxidation dieser wichtigen Moleküle, wodurch deren Struktur so verändert wird, dass ihre Funktionsfähigkeit stark eingeschränkt wird. So können diese ebenso wie der Blutfarbstoff und Sauerstoffträger Hämoglobin auch glykosyliert, also regelrecht verzuckert werden. Dies führt dann zu einer Ablagerung von Cholesterin in den Gefäßen und weiteren reaktiven Prozessen, die die Arteriosklerose und kardiovaskuläre Erkrankungen begünstigen. Diese Degeneration unserer Gefäße kann durch NO aufgehalten werden. Dafür bedarf es einer vermehrten Zufuhr der Vorstufe dieses die Gefäße schützenden Faktors, der Nahrungsaminosäure L-Arginin. Der hohe Gehalt an L-Arginin in pflanzlichem Eiweiß erklärt die geringe Rate an Herzinfarkten, Schlaganfällen und Demenz in den sogenannten ‚Blue Zones‘, wie z. B. der japanischen Insel Okinawa. Dort erreichen die Menschen ein hohes Alter bei guter Gesundheit.


Professor Dr. Dongmei Wu aus Jeonju in Südkorea erläuterte die Bedeutung des Kinin B1 Rezeptors für die Erhaltung und Wiederherstellung der Herz- und Gefäßgesundheit. Eine übermäßige Aktivierung dieses Rezeptors löst eine systemische Entzündung aus. Diesem Rezeptor kann ebenfalls entweder mit Rezeptorantagonisten oder aber antioxidativen Naturwirkstoffen wie L-Arginin erfolgreich begegnet werden. Auch hier kann eine gezielte Nährstoffergänzung durch die Sicherstellung der NO-Bildung gesundheitsfördernde und damit positive Wirkungen entfalten. Sicher lassen sich die Ansätze neuentwickelter Rezeptorantagonisten als Arzneimittel sowie innovativer diätetischer Lebensmittel mit L-Arginin und B-Vitaminen zusammenführen.


Die Sitzung „Mitochondrial Metabolic Diseases and Pediatric Endocrinology“ wurde von Dr. Burkhard Poeggeler, Senior Scientist bei QUIRIS Healthcare, und Herrn Prof. Dr. Horst Robenek, Arterioskleroseforscher vom Universitätsklinikum Münster, geleitet. Neben den beiden Gastgebern sprach auch Dr. Omer Abiker vom National Guard Hospital in Saudi Arabien zu autoimmunen Erkrankungen. Dr. Burkhard Poeggeler sprach über die herausragende Bedeutung von L-Arginin als alleinige Vorstufe des Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) für die kardiovaskuläre Gesundheit und metabolische Erkrankungen, wie z. B. Diabetes. Mittels einer Arginin-Supplementation ist in Kombination mit den wichtigen B-Vitaminen B6, B12 und Folsäure die Erhöhung der Bioverfügbarkeit von NO möglich, was zu positiven kardiovaskulären Effekten führt. Aus L-Arginin wird NO durch das Enzym NO-Synthase (NOS) hergestellt. Prof. Dr. Horst Robenek präsentierte wichtige Daten zu diesem Enzym, welches in drei unterschiedlichen Formen vorkommt. Hierbei fokussierte er sich auf arteriosklerotische Prozesse in den Gefäßen und die positiven Auswirkungen einer oralen L-Arginin-Zufuhr.


In der darauffolgenden Sitzung „Diet, Exercise, Behavior and Lifestyle Interventions“ referierten neben Dr. Jan-Christoph Kattenstroth von QUIRIS Healthcare auch Dr. Philip D. Chilibeck, Professor am College of Kinesiology, University of Saskatchewan in Kanada, Dr. Agnieszka Chwałczyńska, Head of Laboratory of Biomonitoring, University of Physical Education in Polen und Dr. Ahmad Alkhatib, Director of Sport Science Program, Qatar University in Katar.


Dr. Jan-Christoph Kattenstroth sprach, vor dem Hintergrund der demographischen Veränderungen in vielen Ländern der Welt, über die Notwendigkeit einer reizreichen und herausfordernden Lebensweise, die in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung wesentlich zu einem gesunden Alterungsprozess beiträgt. Ziel ist es, so lange wie möglich unabhängig und gesund zu leben. Dieses Ziel zu erreichen ist eine wesentliche Herausforderung der kommenden Jahre. Professor Dr. Philip D. Chilibeck erläuterte im Gespräch die Bedeutung einer faser- und ballaststoffreichen Ernährung. Diese Nährstoffergänzung aus der Biomatrix könnte zusammen mit einer vermehrten Zufuhr von L-Arginin und B-Vitaminen sehr positive Wirkungen auf die Gesundheit entfalten.


Weltkongress lieferte wichtige Erkenntnisse für die Arginin-Forschung

Die Teilnahme ermöglichte den QUIRIS-Wissenschaftlern, sich mit führenden Experten aus der ganzen Welt über neuste Technologien, aktuelle Trends und Meinungen auszutauschen. Insgesamt unterstrich der „4. Weltkongress für Kardiologie, Endokrinologie, Metabolismus und Diabetes“ die Bedeutung der Erforschung neuer Strategien, die dauerhaft die Gesundheit und Mobilität der Menschen erhalten. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklungen von größter Bedeutung. In einer immer älter werdenden Gesellschaft muss der Fokus auf der Bekämpfung altersassoziierter Erkrankungen liegen. Die Wissenschaftler waren sich einig, dass ein Schlüssel vor allem eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine angepasste, kontinuierliche Bewegung ist.


Entscheidende Erkenntnisse erlangten die Wissenschaftler vor allem für die „Telcor“ Arginin-Forschung, denn eines wurde auf dem Weltkongress deutlich: In Zukunft wird mehr an den ursächlichen und ganzheitlichen Prozessen und den daraus resultierenden maßgeschneiderten Therapien geforscht, sodass in Zukunft eine effektivere Prävention und Behandlung der altersassoziierten Erkrankungen möglich sein wird.