Vitalpilze: Segen für die Gesundheit (1)
Vitalpilze sind höhere Pilze mit ergänzenden nutrazeutischen Eigenschaften. Sie haben einen geringen Fettgehalt (ungesättigte Fettsäuren) und besitzen viele Ballaststoffe – des Weiteren Triterpene, Phenole, Sterole, Eritadenin und Chitosan. Sie werden als unerreichte Quelle gesunder Lebensmittel und Medikamente angesehen. Ihr Geschmack, Aroma und Nährwert ist ausgezeichnet. Den in Pilzextrakten
vorhandenen Polysacchariden wie β-Glukanen oder Polysaccharid-Protein-Komplexen werden antidiabetische, antitumoröse, antiadipöse, immunmodulierende, cholesterinsenkende und hepatoprotektive Eigenschaften attestiert.

 

Pharmakologische Effekte von Gannoderma lucidum (2)
Der glänzende Lackporling (Reishi) enthält vermutlich 400 verschiedene biologisch aktive Bestandteile und
zwar hauptsächlich Polysaccharide, Triterpenoide, Proteine, Enzyme, Steroide, Sterole, Nukleotide, Fettsäuren,
Vitamine und Mineralstoffe, die nachweislich einige therapeutische Eigenschaften haben, um diverse Erkrankungen zu bekämpfen. Ermittelt wurde ein breites Spektrum an pharmakologischen Wirkungen, inklusive immunmodulierenden, krebsbekämpfenden, antidiabetischen, antioxidativen, antiarteriosklerotischen, antifibrotischen, chemopräventiven (krebsvorbeugenden), antitumorösen, analgetischen, antiinflammatorischen, antinozizeptiven (sie senken die Sensitivität gegenüber Schmerzreizen), antimikrobiellen, lipidsenkenden, hepatoprotektiven, antiandrogenen, antiangiogenetischen,
antiherpetischen, antiarthritischen, antiosteoporotischen, Anti aging, antiulzerösen und östrogenen Eigenschaften. Zudem sollen die bioaktiven Bestandteile vor der Toxizität von Krebsmedikamenten schützen.

 

Antiadipöse Effekte von Vital- und Speisepilzen (3)
Die Adipositas ist eine Stoffwechselstörung, die durch multiple Faktoren verursacht wird, einschließlich Vererbung, Ernährungsweise, Lebensstil, sozialen Faktoren, der Umwelt und Infektionserregern, die alle zur Vermehrung und Speicherung von Körperfett führen können. Ein Übermaß an viszeraler Fettmasse im Fettgewebe erzeugt einige metabolische Störungen inkl. kardiovaskulärer Erkrankungen mit pathophysiologisch basierter chronischer Entzündung. Die zellulären Mechanismen bei Adipositas können
durch das antioxidative Potenzial von Vital- und Speisepilzen abgeschwächt werden. Denn Pilze enthalten
Polysaccharide, Ballaststoffe, Terpene, Polyphenole, Sterole, Flavonoide und Alkaloide. Pilze verstärken antiinflammatorische Effekte und schützen dadurch vor adipositasbedingter Hypertonie und Dyslipidämie. Pleurotus ostreatus (Austernseitling), Auricularia auriculajudae (Judasohr), Grifola frondosa (Maitake) und Agaricus bisporus (Champignon) etc. sind allesamt natürliche ACE-Inhibitoren, die Bluthochdruck senken können. Der regelmäßige Konsum von Pilzen kann deshalb, kombiniert mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, und Änderungen der Ernährungs- und Lebensweise, zur Behandlung des metabolischen Syndroms einschließlich Adipositas hilfreich sein.

 

Forschungsfortschritt bei bioaktiven Proteinen essbarer Pilze (4)
Neben Polysacchariden und einigen anderen niedermolekularen Komponenten wie Flavonen, Polyphenolen
und Terpenen produzieren Pilze viele pharmazeutisch aktive Proteine, die gefragte Quellen natürlicher antitumoraler, antimikrobieller, immunstärkender Wirkstoffe geworden sind. Diese bioaktiven Proteine beinhalten Lektine, Laccasen (kupferhaltige, „blaue“ Enzyme), Ribosom-inaktivierende Proteine (RIPs), Nukleasen und immunmodulierende Pilzproteine (FIPs).

 

Literatur
1) Chaturvedi VK, Agarwal S, Gupta KK et al.: Medicinal mushroom: boon for therapeutic applications. 3 Biotech. 2018 Aug;8(8):334)
2) Ahmad MF: Ganoderma lucidum: Persuasive biologically active constituents and their health endorsement. Biomed Pharmacother. 2018 Aug 13;107:507-519
3) Ganesan K, Xu B: Antiobesity effects of medicinal and edible mushrooms. Molecules 2018, 23, 2880; doi:10.3390/molecules23112880)
4) Zhou R, Liu Z, Zhang YN et al.: Research progress on bioactive proteins from edible mushrooms. Curr Protein Pept Sci. 2018 Jun 12. doi: 10.2174/1389203719666180613090710

 

Heike Lück-Knobloch, heike_lueck@gmx.de

PM 5-19