RÜCKSCHAU l FORUM Onkologie 2012 - die Plattform für Therapeuten und Wissenschaftler in der modernen Krebstherapie.

 

Die diesjährige Veranstaltung fand am Samstag, 13. Oktober 2012 09:45 - 14:00 Uhr in Stuttgart statt und stand unter dem Motto: „Onkologie konventionell und komplementär - eine Perspektive!“. Erfahrene Mediziner stellten Neuigkeiten aus Forschung und Praxis vor und teilten Ihre Erfahrungen in der komplementären Onkologie. Es wurde kontrovers diskutiert!

 

Die Referenten:

Prof. Dr. med. Rupert Handgretinger ist als leitender Arzt in der Hämatologie und Onkologie für Kinder- und Jugendmedizin am Tübinger Uniklinikum, sowie in der Stammzellforschung für Leukämie tätig.

 

Prof. Dr. Dr. med. Ben L Pfeifer arbeitet seit über 30 Jahren in der klinischen Praxis. Zuletzt war er wissenschaftlicher Leiter in der Forschung und klinischen Onkologie an der Aeskulap Klinik in Brunnen (Schweiz).

 

MR Dr. Klaus Connertist Facharzt in eigener Praxis. Dr. Connert spezialisierte sich auf komplementärmedizinische Therapie bei Krebs.

 

Es folgt ein kleiner Einblick in die spannenden Vorträge:

 

BEHANDLUNG VON NEBENWIRKUNGEN KONVENTIONELLER TUMORTHERAPIEN

MR Dr. P. Klaus Connert

Die Hauptwirkung eines Medikaments oder einer therapeutischen Intervention ist die vom Therapeuten erwünschte Wirkung. Die Nebenwirkung ist die unerwünschte bzw. unerhoffte Wirkung. Durch komplementärmedizinische Therapien kann man die Nebenwirkungen von Medikamenten in der klassischen Onkologie über einige Zeit beeinflussen. Ziel ist unangenehme Effekte auf Organe und Organsysteme zu mildern. Dr. Connert stellte in diesem Zusammenhang 3 Behandlungsansätze vor:

Der therapeutische Ansatz: durch eine gute ärztlich-menschliche Beziehung wird der Patient stabilisiert. Wird dem Patienten zur Einsicht für bestimmte Therapien als Notwendigkeit für seine Gesundung verholfen, kann dieser die Belastungen und Nebenwirkungen der Therapie wesentlich besser und stärker durchstehen. Zudem ist es unverzichtbar dem Patienten ein positives Selbstbild zu vermitteln. Die Therapie ist zur Heilung, nicht zur Bekämpfung. Dr. Connert ist es wichtig dem Patienten psychischen Halt zu geben.

Pflanzliche und mineralische Arzneimittel: Vulkanische Heilerde (Ceolith) zur Entgiftung und als Mineralstofflieferant, Arabinosylglykoside aus Reiskleie zur generellen Stimulierung der NK-Zellen und Lymphozyten, Misteltherapie zur Stimulierung des Immunsystems, Curcuma, Chlorella-Alge, Colostrum und ein Produkt speziell für die Unterstützung des Darmmilieus.

Homöopathische Arzneimittel zur Linderung der einzelnen Nebenwirkungen durch konventionelle Krebstherapie, wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, Diarrhoe, Obstipation, Blutbild- und Schleimhautschäden, Blutungsneigung, Neuropathien, Wundheilungsstörungen, Hormonstörungen, Sicca-Syndrom, vegetative Labilität, Fatigue und Depression.

 

NATÜRLICHE KILLERZELLEN: BIOLOGIE UND MÖGLICHE THERAPIEANSÄTZE

Prof. Dr. med. Rupert Handgretinger

Natürliche Killerzellen lysieren Tumorzellen ohne vorhergehende Sensibilisierung. Es gilt zu beachten, dass NK-Zellen einer Fülle von aktivierenden und inhibitorischen Einflüssen unterliegen. NK-Zellen gewinnen zunehmend an Bedeutung bei der Therapie von malignen Erkrankungen.

Zytokine wie Interleukin 2 (IL-2) und Interleukin 15 (IL-15) oder Substanzen wie Arabinoxylanverbindungen, die aus Polysacchariden hydrolisierter Reiskleie gewonnen werden, können die NK-Zellaktivität in vivo steigern. Antikörper können das hemmende KIR System überwinden. Kombinationen dieser Methoden scheinen sinnvoll zu sein. In Selbststudien, in vitro-Untersuchungen und Studien am Menschen zeigen sich äußerst interessante Ergebnisse. In diesem Vortrag referierte Prof. Dr. Handgretinger über die Biologie und Funktionsweise von natürlichen Killerzellen und beschrieb bisherige und zukünftige Einsatzmöglichkeiten in der Onkologie.

 

IMPFUNG GEGEN KREBS: WO STEHEN WIR?

Prof. Dr. Rupert Handretinger

Erforscht werden derzeit Impfstrategiem um ein immunologisches Gedächtnis gegen Erreger der Krankheit zu induzieren. Da die Funktionsweise des spezifischen Immunsystems zunehmend erforscht wird, konnten wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung der Immuntherapie gewonnen werden. Dazu gehört, dass Tumorzellen sich durch eine enorme Variabilität auszeichnen. das macht die Entwicklung eines allgemeingültigen Impfstoffes unmöglich. Vielmehr muss individuell therapiert werden. Prof. Dr. Handgretinger erläuterte in diesem Vortrag die bisher erforschte Funktionsweise des Immunsystems und derzeitige, zukunftsweisende Impfstrategien gegen maligne Erkrankungen.

 

INTEGRATIVER BEHANDLUNGSANSATZ BEIM PROSTATA- UND BRUSTKARZINOM

Prof. Dr. Dr. med. Ben L Pfeifer

Einleitend sprach Prof. von den Misserfolgen der modernen Krebsmedizin und der weiterhin ansteigenden Krebsinzidenz. Ein Umdenken in Bezug auf Prävention, Therapie und Nachsorge ist somit unumgänglich. Innovative Therapieprinzipien sind gefragt. Hierzu gehören die Stärkung der immunologischen Krebsabwehr, Therapien zur Re-Differenzierung von Krebszellen, Blockademöglichkeiten von bestimmten Wachstumsfaktoren, Reaktivierung von Mitochondrien, Angiogenese-Hemmung, bestimmte Ernährungsprinzipien und phytotherapeutische Maßnahmen. Prof. Dr. Dr. Pfeifer stellte folgende therapeutische Maßnahmen kurz vor:

Stärkung der immunologischen Abwehr : Eine Verbesserung der Immunantwort gegen Tumore wird durch zytotoxische T-Lymphozyten wie auch durch Natürliche Killerzellen (NK Zellen) und polymorphkernige Leukozyten erzielt. Dazu wird zum Beispiel Reiskleie-Arabinoxylan eingesetzt. Einer besseren Präsentation von Tumorantigen kann eine Therapie mit dendritischen Zellen und Tumorimpfungen verhelfen.

Mitochondriale Reaktivierung: Im gestörten Energiestoffwechsel einer Krebszelle, werden die Mitochondrien ausgeschaltet. Es gilt nun diese zu Reaktivieren um das Krebszellwachstum zu stoppen. Seit einer Studie im Jahr 2007 weiß man, dass das möglich ist.

Angiogense-Hemmung: Das Krebszellwachstum im Primärtumor wie auch in Metastasen kann therapeutisch durch Angiogenese-Hemmer positiv beeinflusst werden. In der komplementär-onkologischen Praxis wird dazu ein Extrakt aus Convolvulus arvensis erfolgreich eingesetzt.

Spezielle Phytotherapie: Prof. Dr. Dr. Pfeifer arbeitet hierbei mit einer Kombination aus Phytotherapie, Immuntherapie und orthomolekularer Therapie. Beim Prostatakarzinom setzt er dazu ein natürliches Komplexmittel mit Sitosterolen, Quercetin und Pflanzenextrakten ein, die eine hohe Anti-Tumor-Wirkung entfalten und gleichzeitig Entzündungen hemmen. Außerdem ein Komplexmittel mit Curcumin, Bioperin und Resveratrol, das die Zellteilung in der Krebszelle verlangsamt. Zudem ein Produkt das Arabinoxylane aus Reiskleie-Polysacchariden enthält und die Anzahl und Funktion der NK-Zellen, der Makrophagen und der Immunglobulin produzierenden B-Zellen erhöht, sowie direkt die Apoptose von Krebszellen fördert. Dazu kommt noch ein Vitamin-Mineral-Vitalstoffkomplex zur Unterstützung der Prostatagesundheit . Zuletzt ein Zeolith aus Vulkangestein, der entgiftend, anti-oxidativ und immunstimulierend wirkt.

Bei therapie-refraktärem Brustkrebs setzt Prof. Pfeifer ein aus kreuzblütigen Gemüsearten des Genus Brassica gewonnenes Phytonutrient zur Hemmung des Krebswachstums und zur Förderung der Apoptose ein. Zudem ein Extraktgemisch aus 15 Heilkräutern, die größtenteils aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt sind, mit ähnlichen Effekten. außerdem die zuvor beschriebenen Produkte aus Convolvulus arvensis als Angiogenese-Hemmer, Reiskleie-Arabinoxylan zur Immunmodulation und Aktivierung der NK-Zellen und ein Zeolithprodukt zur Entgiftung und Entzündungshemmung.

Prof. Dr. Dr. Pfeifer erwähnte, dass diese Therapieansätze Standardtherapie nicht ersetzen können. Da jedoch bis heute keine effektive Standardtherapie existiert und komplementäre Maßnahmen in seiner klinischen Praxis zu positiven Ergebnissen führten, hält er den Einsatz der beschriebenen Therapien für mehr als gerechtfertigt.

 

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